Cafe Crema

Café Crema ist einer der beliebtesten Kaffeegetränke im deutschsprachigen Raum und wird häufig missverstanden. Anders als der Name vermuten lässt, handelt es sich nicht um einen Espresso mit besonders viel Crema, sondern um einen milden, in großer Tasse servierten Kaffee, der mit Espressobohnen und hohem Druck, aber deutlich mehr Wasser zubereitet wird. Auf dieser Seite erfahren Sie, was Café Crema genau ausmacht, wie er sich von Espresso und klassischem Filterkaffee unterscheidet, wie Sie ihn zu Hause optimal zubereiten und worauf Sie bei Bohnen, Mahlgrad und Maschine achten sollten. So finden Sie heraus, ob dieses Getränk zu Ihrem Geschmack passt.

Was ist Café Crema? Grundlagen und Definition

Café Crema ist ein Kaffeegetränk, das seinen Ursprung in der Schweiz und in Norditalien hat, insbesondere in der Grenzregion rund um den Comer See. Er wird mit einer Espressomaschine oder einem Kaffeevollautomaten unter hohem Brühdruck zubereitet, jedoch mit einer wesentlich größeren Wassermenge als ein klassischer Espresso. Während ein Espresso aus rund 25 Millilitern besteht, umfasst ein Café Crema typischerweise 120 bis 180 Milliliter und wird in einer größeren Tasse serviert. Das Ergebnis ist ein milder, aromatischer Kaffee mit einer feinen, hellbraunen Crema auf der Oberfläche.

Der Name leitet sich von eben dieser Crema ab, jener feinporigen Schaumschicht, die sich beim Durchlaufen des heißen Wassers durch das gemahlene Kaffeepulver bildet. Café Crema steht damit gewissermaßen zwischen zwei Welten: Er nutzt die Technik der Espresso-Zubereitung mit hohem Druck, ergibt aber ein Getränk, das im Volumen und im milden Charakter eher an einen Filterkaffee erinnert. Genau diese Kombination macht ihn für viele Menschen so attraktiv, die den vollen Körper eines Espressos schätzen, aber eine größere und weniger intensive Tasse trinken möchten.

In der Gastronomie und im Privathaushalt hat sich Café Crema vor allem durch die Verbreitung von Kaffeevollautomaten etabliert, bei denen er oft als Standardgetränk voreingestellt ist. Er gilt als unkomplizierter Alltagskaffee, der weder die Bitterkeit eines zu stark extrahierten Espressos noch die Dünnheit eines schwachen Filterkaffees aufweist, sofern er richtig zubereitet wird.

Café Crema, Espresso und Filterkaffee im Vergleich

Um Café Crema richtig einzuordnen, hilft ein direkter Vergleich mit den beiden verwandten Zubereitungsarten. Der entscheidende Unterschied liegt in der Wassermenge und dem daraus resultierenden Extraktionsverhältnis. Beim Espresso wird sehr wenig Wasser durch eine relativ große Menge fein gemahlenen Kaffees gepresst, was zu einem konzentrierten, intensiven Getränk führt. Beim Café Crema läuft mehr Wasser durch, wodurch das Getränk milder und größer wird, aber weiterhin unter hohem Druck extrahiert wird.

Filterkaffee hingegen wird ohne Druck zubereitet, indem heißes Wasser langsam durch grob gemahlenes Kaffeepulver in einem Papier- oder Metallfilter tropft. Dadurch entsteht keine Crema, und das Aromaprofil unterscheidet sich deutlich. Café Crema liegt geschmacklich und technisch zwischen diesen beiden Extremen. Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Kennzahlen zusammen.

Merkmal
Espresso
Café Crema
Filterkaffee
Tassenvolumen
ca. 25 ml
ca. 120–180 ml
ca. 150–250 ml
Brühdruck
ca. 9 bar
ca. 9 bar
drucklos
Mahlgrad
sehr fein
fein bis mittelfein
mittel bis grob
Durchlaufzeit
25–30 Sekunden
40–60 Sekunden
3–5 Minuten
Geschmack
intensiv, kräftig
mild, ausgewogen
klar, leicht
Crema
dick, haselnussbraun
fein, hellbraun
keine

Wichtig zu wissen: Café Crema enthält pro Tasse nicht zwingend mehr Koffein als ein Espresso, obwohl er größer ist. Der Koffeingehalt hängt vor allem von der verwendeten Kaffeemenge und der Extraktion ab. Da für einen Café Crema oft eine ähnliche Pulvermenge wie für einen Espresso verwendet wird, liegt der Koffeingehalt häufig in einer vergleichbaren Größenordnung, nur auf mehr Wasser verteilt und damit weniger konzentriert.

Die richtigen Bohnen für Café Crema

Für Café Crema eignen sich spezielle Café-Crema-Bohnen, die im Handel häufig als eigene Röstungskategorie angeboten werden. Diese Kaffeebohnen sind in der Regel etwas heller geröstet als reine Espressobohnen und enthalten oft einen höheren Arabica-Anteil. Dadurch ergeben sie ein milderes, säurebetonteres und aromatisch feineres Getränk, das gut zur größeren Wassermenge passt.

Grundsätzlich lassen sich für Café Crema aber auch klassische Espressobohnen verwenden. Der Übergang zwischen Espresso- und Crema-Röstungen ist fließend, und viele Hersteller kennzeichnen ihre Bohnen für beide Zubereitungsarten als geeignet. Wer es milder mag, greift zu einer Röstung mit hohem Arabica-Anteil; wer mehr Körper und eine kräftigere Note bevorzugt, wählt eine Mischung mit höherem Robusta-Anteil, die zugleich für eine stabilere Crema sorgt.

  • Arabica-dominierte Mischungen: mild, fruchtig, feine Säure, ideal für einen ausgewogenen Café Crema.
  • Arabica-Robusta-Mischungen: mehr Körper, kräftigere Crema, weniger Säure, alltagstauglich.
  • Röstgrad: mittlere bis mittelkräftige Röstung, seltener sehr dunkle italienische Röstungen.
  • Frische: möglichst ganze Bohnen frisch mahlen, idealerweise innerhalb weniger Wochen nach dem Röstdatum.

Ganze Bohnen sind vorgemahlenem Pulver klar vorzuziehen, da Kaffee nach dem Mahlen schnell Aroma verliert. Ein Kaffeevollautomat mit integriertem Mahlwerk mahlt die Bohnen unmittelbar vor der Zubereitung und liefert damit die besten Ergebnisse.

Café Crema richtig zubereiten

Die Zubereitung von Café Crema gelingt am zuverlässigsten mit einem Kaffeevollautomaten, bei dem das Getränk oft als eigene Taste hinterlegt ist. Der Automat mahlt die Bohnen, presst das Wasser unter Druck durch das Pulver und stellt automatisch die passende Wassermenge ein. Auch mit einem klassischen Siebträger lässt sich Café Crema zubereiten, erfordert dort aber etwas mehr Erfahrung bei Mahlgrad und Bezugszeit.

Zubereitung mit dem Kaffeevollautomaten

Beim Vollautomaten wählen Sie die Crema- oder Café-Crema-Taste und stellen die gewünschte Menge auf etwa 120 bis 150 Milliliter ein. Achten Sie darauf, dass die Kaffeestärke nicht zu niedrig eingestellt ist, da das Getränk sonst wässrig wirkt. Ein mittlerer Mahlgrad und eine ausreichende Kaffeemenge sorgen für ein ausgewogenes Ergebnis mit stabiler Crema.

Zubereitung mit dem Siebträger

Am Siebträger nutzen Sie einen etwas gröberen Mahlgrad als für einen reinen Espresso und lassen mehr Wasser durchlaufen, bis Sie die gewünschte Menge erreichen. Die Extraktionszeit liegt dabei typischerweise zwischen 40 und 60 Sekunden. Da bei längerer Extraktion die Gefahr von Bitterstoffen steigt, ist es wichtig, den Mahlgrad passend anzupassen, um eine Überextraktion zu vermeiden.

  • Wassertemperatur zwischen 90 und 96 Grad Celsius für optimale Aromen.
  • Frisch gemahlene Bohnen unmittelbar vor dem Bezug verwenden.
  • Tasse vorwärmen, damit das Getränk nicht zu schnell abkühlt.
  • Weiches bis mittelhartes Wasser bevorzugen, da hartes Wasser den Geschmack und die Maschine beeinträchtigt.

Geschmack und Aromaprofil

Café Crema zeichnet sich durch ein mildes, ausgewogenes Aromaprofil aus. Er ist weniger intensiv und weniger bitter als ein Espresso, behält aber durch die Druckextraktion mehr Körper und Vollmundigkeit als ein klassischer Filterkaffee. Je nach Bohnenmischung reichen die Nuancen von schokoladig-nussig bis hin zu fruchtig-blumigen Noten mit feiner Säure.

Die feine Crema trägt nicht nur optisch zum Genuss bei, sondern bindet auch aromatische Öle und verleiht dem Getränk eine angenehme Textur. Ein gut zubereiteter Café Crema schmeckt rund und harmonisch, ohne aufdringliche Bitterkeit. Wird das Getränk hingegen mit zu viel Wasser oder überextrahiert zubereitet, kann es schnell wässrig oder bitter werden, was den charakteristischen milden Genuss verfälscht.

Café Crema wird üblicherweise pur getrunken, ohne Milch. Wer möchte, kann ihn jedoch mit einem Schuss Milch oder Milchschaum verfeinern. Aufgrund seiner Milde eignet er sich als ganztägiger Begleiter und ist besonders für alle interessant, die mehrere Tassen am Tag trinken und dabei einen weniger intensiven Kaffee bevorzugen.

Café Crema kaufen, lagern und die passende Maschine wählen

Beim Kauf von Café-Crema-Bohnen sollten Sie auf das Röstdatum und die Zusammensetzung achten. Ein sichtbares Röstdatum spricht für Frische und Qualität, während ein reines Mindesthaltbarkeitsdatum weniger aussagekräftig ist. Achten Sie außerdem auf die angegebene Eignung für Vollautomaten oder Siebträger, da nicht jede Röstung für jede Maschine gleich gut passt.

Zur richtigen Lagerung gehört ein luftdichter, lichtgeschützter Behälter an einem kühlen, trockenen Ort. Kaffee ist empfindlich gegenüber Sauerstoff, Licht, Wärme und Feuchtigkeit. Von der Lagerung im Kühlschrank ist eher abzuraten, da Kondenswasser und fremde Gerüche das Aroma beeinträchtigen können. Ganze Bohnen halten sich deutlich länger frisch als gemahlener Kaffee, weshalb sich das Mahlen unmittelbar vor der Zubereitung lohnt.

Für die Zubereitung ist ein Kaffeevollautomat die komfortabelste Wahl, da er Café Crema auf Knopfdruck liefert. Wer bereit ist, sich intensiver mit der Zubereitung zu beschäftigen und Wert auf maximale Kontrolle legt, greift zum Siebträger. Eine Übersicht über verschiedene Zubereitungsarten und Systeme finden Sie in unserem Ratgeber zu Kaffee und Espresso, der Ihnen bei der grundsätzlichen Entscheidung hilft.

Vor- und Nachteile von Café Crema

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Wie jede Zubereitungsart hat auch Café Crema spezifische Stärken und Schwächen, die bei der Entscheidung für oder gegen dieses Getränk eine Rolle spielen. Ein wesentlicher Vorteil ist die Vielseitigkeit: Café Crema verbindet die aromatische Tiefe der Druckextraktion mit der bekömmlichen Milde einer größeren Tasse. Damit spricht er sowohl Espressoliebhaber an, die gelegentlich mehr Volumen möchten, als auch Filterkaffeetrinker, die einen etwas vollmundigeren Charakter suchen. Da die meisten Kaffeevollautomaten Café Crema als Standardgetränk anbieten, ist die Zubereitung zudem denkbar einfach und alltagstauglich.

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Ein weiterer Pluspunkt ist die Bekömmlichkeit. Durch die im Vergleich zum Espresso geringere Konzentration wirkt Café Crema oft milder auf den Magen, ohne dabei dünn zu schmecken. Gleichzeitig lässt er sich hervorragend als ganztägiger Begleiter trinken. Als Nachteil ist zu nennen, dass die Qualität stark von der richtigen Einstellung abhängt: Wird zu viel Wasser durch zu wenig Kaffee gepresst, leidet der Geschmack schnell. Auch reagiert Café Crema empfindlich auf einen unpassenden Mahlgrad, der entweder zu Bitterkeit oder zu Wässrigkeit führen kann.

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  • Vorteile: mild und bekömmlich, größeres Tassenvolumen, aromatische Crema, einfache Zubereitung per Vollautomat, ganztägig genießbar.
  • Nachteile: empfindlich gegenüber falschem Mahlgrad und Wassermenge, kann bei schlechter Einstellung wässrig oder bitter werden, weniger intensiv als ein Espresso.
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Unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten schneidet Café Crema aus ganzen Bohnen günstig ab, da er ohne Einwegkapseln oder Pads auskommt und lediglich Kaffeesatz als kompostierbaren Abfall hinterlässt. Wer zusätzlich auf Bohnen aus zertifiziert nachhaltigem oder fairem Anbau achtet, kann seinen täglichen Kaffeegenuss umweltbewusster gestalten, ohne auf Qualität verzichten zu müssen.

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Häufig gestellte Fragen zu Café Crema

Ist Café Crema dasselbe wie Espresso?

Nein. Café Crema wird zwar mit derselben Drucktechnik wie Espresso zubereitet, verwendet aber deutlich mehr Wasser. Dadurch entsteht ein größeres, milderes Getränk von etwa 120 bis 180 Millilitern, während ein Espresso nur rund 25 Milliliter umfasst und wesentlich intensiver schmeckt.

Hat Café Crema mehr Koffein als Espresso?

Nicht unbedingt. Der Koffeingehalt hängt vor allem von der eingesetzten Kaffeemenge ab, nicht vom Tassenvolumen. Da für einen Café Crema oft eine ähnliche Pulvermenge wie für einen Espresso verwendet wird, ist der Koffeingehalt häufig vergleichbar, nur auf mehr Wasser verteilt und damit weniger konzentriert.

Welche Bohnen eignen sich am besten für Café Crema?

Ideal sind speziell gekennzeichnete Café-Crema-Bohnen mit hohem Arabica-Anteil und mittlerer Röstung. Sie ergeben ein mildes, ausgewogenes Getränk. Auch klassische Espressobohnen funktionieren, ergeben aber einen etwas kräftigeren Charakter.

Warum wird mein Café Crema wässrig?

Ein wässriger Café Crema entsteht meist durch zu viel Wasser bei zu geringer Kaffeemenge oder durch einen zu groben Mahlgrad. Erhöhen Sie die Kaffeestärke, verwenden Sie einen etwas feineren Mahlgrad oder reduzieren Sie die Wassermenge, um ein volleres Ergebnis zu erzielen.

Kann ich Café Crema mit einem Kaffeevollautomaten zubereiten?

Ja, der Kaffeevollautomat ist sogar die verbreitetste und komfortabelste Methode. Viele Modelle bieten eine eigene Café-Crema-Taste, mit der Sie Mahlen, Extraktion und Wassermenge auf Knopfdruck erhalten. Achten Sie auf eine ausreichende Kaffeestärke, damit das Getränk nicht wässrig wird.

Wie lagere ich Café-Crema-Bohnen richtig?

Bewahren Sie die Bohnen luftdicht, lichtgeschützt und kühl auf, jedoch nicht im Kühlschrank. Ganze Bohnen halten das Aroma länger als gemahlener Kaffee. Mahlen Sie die Bohnen möglichst frisch unmittelbar vor der Zubereitung, um den vollen Geschmack zu bewahren.

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